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Sonntag, Februar 16, 2020

Abzocke mit Streamingportalen

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Seit März 2019 versuchen Betrüger ahnungslose Kunden in eine Abo Falle zu locken. Die Grundlage dafür sind Streaming Portale, auf denen die Nutzer sich registrieren müssen, jedoch nach der Registrierung keine Filme sehen, geschweige denn sich einloggen können, um das Angebot zu nutzen. Nach ein paar Tagen erhalten die ahnungslosen Nutzer dann eine Zahlungsaufforderung mit einer Jahresgebühr, die sich selbst die großen Medien-Portale niemals leisten würden.

Sie heißen streamrex.de oder bineflix.de oder haben andere Namen und diese in großer Zahl. Die Seiten sehen immer gleich aus, nur das Impressum verweist auf unterschiedliche Firmen. So hat jede Webseite eine englische Limited im Impressum die jedoch, wie in unserem Fall, mit den angeboten Diensten überhaupt nichts zu tun hat.

Es begann mit einer traurigen Begebenheit

Mitarbeiter wie Redakteure und Journalisten einer Zeitung sind offene Menschen und gelegentlich kommen diese mit anderen Menschen ins Gespräch. So auch bei uns, eine junge Frau schilderte uns ihren Unmut über eine Rechnung, die sie von einem Streaming Portal erhalten habe. Sie ist alleinerziehend und kann sich die Summe von 396 € nicht leisten, dabei wollte sie nur ihren kleinen Sohn an einem quengeligen Tag eine kleine Freude machen. Sehr traurig schilderte sie uns, dass sie nicht zu diesen Menschen gehört die keine Schulden machen wollen aber zurzeit keine Möglichkeit gesehen hat, diese Rechnung begleichen zu können.

Dabei war das Angebot so verlockend denn auf der Webseite streamrex.de sind keine Preise angegeben und auch kein Hinweis darauf, dass hier für das Anschauen der Filme Geld verlangt wird. Auch die Nutzungsbedingungen waren für sie nicht lesbar, sie erinnerte sich darauf geklickt zu haben jedoch nur englischen Kauderwelsch mit komischen Programmieranweisungen gelesen zu haben. Schnell waren ihre Grunddaten wie Telefonnummer eingegeben, die erwartete SMS zur Freischaltung der Filme erhielt sie jedoch nicht.

Ein paar Tage später bekam sie eine E-Mail, in dem der hohe Rechnungsbetrag ausgewiesen war.

Bitte nicht bezahlen !!!

Wir haben uns der Sache angenommen und das Prozedere wie beschrieben durchgeführt, jedoch haben wir von dem gesamten Vorgang die beweisbare Fakten abgespeichert und zusammengetragen. Der jungen Frau haben wir zunächst mitgeteilt, dass sie nicht bezahlen soll,  denn so wie sich die ganze Sache darstellt sind hier betrügerische Absichten recht schnell erkennbar. Die angebotenen Filme gibt es nicht und auch wir haben ebenfalls keine Bestätigungs- SMS erhalten. Fünf Tage später erhielten auch wir eine ziemlich hohe Mahnung allerdings noch mit einem relativ freundlichen Text. Dieses Prozedere haben wir mehrere male durchgeführt und unserer IT Experten leisteten Erstaunliches. Auch bei der Dokumentation waren diese Helfer sehr fleißig.

Gut getarnt?

Zunächst erschien es unmöglich an die Quellen der Webseiten zu gelangen. Gut getarnt und abgeschirmt über die Firma CloudFlare sind die Domains in den „Whois-Abfragen“ sehr gut verschleiert. CloudFlare ist eine Sicherheits-Firma die ihre Kunden gegen DDOS Attacken absichert. Allerdings muss sich CloudFlare auch mehr um seine Nutzer kümmern, denn hier werden ganz üble Vorgehensweisen von den Verschleierungstaktiken dieser Sicherheits-Firma gedeckt. Was auf der einen Seite gut ist, hat auf der anderen Seite seinen Schatten. Eine moralische Mitschuld besteht fast immer und diese wirkt auf den Servicegedanken der Digital Economy.

Genauere Analyse

Eine Firewall ist eine Firewall und sie soll  sicher sein. Ohne Zweifel war dies auch hier der Fall und der Sicherheitsdienstleister leistete gute Arbeit. Doch wenn die Anbieter dieser Webseiten Anfängerfehler begehen, ist diesen nicht mehr zu helfen. Wir dürfen dies leider noch nicht veröffentlichen da wir ja vorhaben die Ermittlungsbehörden mit unseren Erkenntnissen zu informieren und dafür zu sorgen die Geschehnisse aus der Schattenwelt ins Licht zu rücken. Zu gegebener Zeit werden wir hier an dieser Stelle darstellen, wie wir wichtige Erkenntnis recherchieren konnten. Dabei haben wir auf rechtsstaatlicher Basis gearbeitet und mussten aufgrund der Dummheit der Anbieter auch nicht zu Hackern werden. Es reichte auch nur ein kleiner Fehler der danach dann ein ganze Reihe von Möglichkeiten offenbarte. Diese haben wir dann genutzt und sind sehr weit gekommen. An einem Punkt allerdings scheitern wir, denn diese, nun daraus folgenden Möglichkeiten der weiteren Ermittlung, hat nur die Polizei und wir versuchen die richtigen Ansprechpartner dafür ausfindig zu machen damit dieses Verfahren, welches auch schon vom Verbraucherschutz Rheinland Pfalz angezeigt wurde, mit unseren Erkenntnissen möglicherweise beschleunigen zu können.

Eigentlich bietet das Stoff für einen Film, denn wir haben sehr viel Spaß gehabt. Doch wir haben ja so viel zu tun, daher wird das wohl ausfallen.

Lesen Sie den ganzen Artikel hier im Technik Channel

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